Computer & Elektronik


IDE-Flasher

Originell einfache Lösung zum Beschreiben von FlashROMs - noch vielseitiger einsetzbar durch frei programmierbare IO-Leitungen - preiswerte Multi-IO-Karte

letzte Änderung: 20.07.2003

BIOS Update fehlgeschlagen?

Was ist passiert? Hat man man das falsche BIOS erwischt? War die BIOS Version richtig? Was, wenn mitten im Flashvorgang der Strom ausfällt? Der Effekt ist sichtbar, der Rechner startet nach einem BIOS-Update gar nicht mehr.

Sollte das passieren, muss der BIOS-Chip nochmal neu programmiert werden. Das kann von einer spezialisierten Firma übernommen werden oder man kann sich ein Ersatz-BIOS vom Hersteller beschaffen. Der IDE-Flasher ist eine Alternative. Zusammen mit einem anderen Computer ist es möglich den BIOS-Chip selbst neu zu programmieren.

Die Anzahl der Anwendungsmöglichkeiten für FlashROMs hat sich in der letzten Zeit stetig erhöht. FlashROMs werden z.B. auf Netzwerkkarten, in DVD-Playern oder Telefonanlagen eingesetzt. Viele Kleincomputer und Embedded Systeme werden heute mit FlashROMs bestückt.

Projekt: IDE-Flasher

Der hier vorgestellte IDE-Flasher ist die mit Abstand einfachste Realisierung eines FlashROM Schreib- und Lesegerätes und kann auch von weniger erfahrenen Lötkolbenbenutzern innerhalb kurzer Zeit aufgebaut werden (ca. 1-5 h). Es ist kein ISA- oder PCI-Steckplatz erforderlich. Angeschlossen wird die Schaltung einfach an einem freien IDE-Port.

Zentrales Bauteil ist die 82C55 PIO mit 24 frei programmierbaren IO-Leitungen. Dadurch werden flexible Einsatzmöglichkeiten, neben der bloßen Verwendung als FlashROM-Programmierer, denkbar wie:

Auf vielen Motherboards werden oft 32polige PLCC-FlashROMs eingesetzt. Die vorgestellte Platine verfügt über eine DIP32 und zusätzlich eine PLCC32 Fassung, somit kann man ohne teuren Adapter beide Bauformen der FlashROMs bearbeiten.

Standardmäßig werden FlashROMs mit 5V und 12V Programmierspannung unterstützt. Durch die Bauformen der Fassungen bedingt eignet sich der IDE-Flasher für ICs bis 4 MBit (=512kByte). FlashROMs anderer Bauformen können prinzipiell auch beschrieben werden. Das Problem hier liegt aber weniger am IDE-Flasher, dass er die ICs nicht programmieren könne, als mehr an den sehr teuren Nullkraft Adaptern für andere Gehäuse wie TSOP u.a.

Hauptanwendungen sind Updates von Mainboard-BIOSen, DVD-Playern oder ModChips. Viele Mainboard-Hersteller von bieten auf ihren Seiten entsprechende BIOS-Files. Zuweilen kursieren im Internet diverse ROM-Images für DVD-Player und andere Geräte.

Doch bevor man loslegt, sollte man sich eine Kopie des alten BIOSes auf Diskette oder besser noch auf einem zweitem Chip anlegen.

EPROM, EEPROM, FlashROM

FlashROMs haben den EPROMs mittlerweile den Rang abgelaufen. Für viele Fälle sind sie der ideale Ersatz. Es ist oft auch möglich vorhandene EPROMs durch FlashROMs zu ersetzen um deren Vorteile nutzen zu können.
Wie mit den EPROMs kann man dort permanent Daten speichern. Sie haben brauchen aber kein spezielles UV-Licht um die Daten zu löschen und eine höhere Spannung zum Neuzubeschreiben. Eine Verbesserung der EPROMs waren die sogenannte EEPROMs. Dort genügte ein elektischer Impuls um die Bausteine zu löschen. Trotzdem war noch ein extra "Brenner" notwenig.
Eben diese Nachteile haben die FlashROMs nicht. Sie sind vergleichsweise schnell und man Ihr Vorteil liegt zudem darin, dass man sie ohne allzu großen Aufwand immer wieder (endlich oft) Löschen und neu Beschreiben kann.

Der Bausatz

Inspiriert vom c't-Flasher (16/1997) wurde eine Schaltung entworfen, die weniger komplex und kostenaufwändig ist und von einem Bastler in kurzer Zeit aufgebaut werden kann.
Vom IDE-Flasher existieren mittlerweile 3 Versionen RevD, RevE und RevF. Im Laufe der Zeit wurden einige kleinere Änderungen vorgenommen. In der Version RevD gab es noch einen 5,25" Stromversorgungsstecker und seit RevE einen zusätzlichen Steckplatz für Erweiterungen. Einige IDE-Flasher waren mit blauen LEDs bestückt.

Schaltskizze und Layout verschiedener Revisionen

Schaltskizze
Software
Stückliste
IDE-Flasher RevD
RevD unbestückt
2001
IDE-Flasher RevE
RevE
2001
IDE-Flasher RevF
RevF unbestückt
seit 2002

Einbauvorschläge

Im Wechselrahmen
Im Wechselrahmen1
Einbaukit
Einbaukit
Glasunterlage 1 Glasunterlage 2
Designer Glas-Unterlage Sandformguss
TEKO011 TEKO011
TEKO 011 Gehäuse1, 2
1 Die Abbildung ist als Vorschlag zu verstehen und kann nicht über LOET.DE bestellt werden.
2 Das Gehäuse ist relativ billig (ca. 6 EUR), aber es braucht relativ viel Zeit die Form passgenau herauszuschneiden. Statt der einfachen (im Gehäuse zu kurzen) Jumper sollten längere Adressierstecker verwendet werden.

Kosten, Bestellung und Fertiggerät

Der Materialaufwand ist gering. Wer mutig ist, kann auf alle Kondensatoren und Widerstände verzichten und braucht nur die Bauelemente 82c55, 74HCT139 und den 40 poligen Wannenstecker. Für nicht mal 5 EUR kann man sich das Teil selbst bauen. Es sieht zwar dann nicht unbedingt schön aus, aber einfacher gehts nun wirklich nicht mehr. Alles andere kann über unsere Shop-Seite angesehen und bestellt werden.

Fragen, Hinweise, Kontakt

Falls Interesse besteht, jemand das Gerät selber nachgebaut hat, (neugieriges Nachfragen ist ebenfalls erwünscht) bitten wir um eine kurze Notiz oder einen Kommentar:


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